Angelus Novus

Die neuen Engel und die Farben des Himmels über uns.

JCW reflektiert in seiner digitalen Malerei aktuelle Fragstellungen unserer gegenwärtigen Zivilisation, legt besonderes Augenmerk auf das Phänomen der Transformation.

Strahlende Farben und edle Materialität in den Arbeiten von JCW lassen vermeintlich Vertrautes in anderem, oft gleißendem Licht erscheinen. Die unmittelbare Direktheit und Schönheit seiner Sujets und Figuren täuscht jedoch und öffnet den Weg ins  Unterbewußte, dem nicht lesbarem Traum des Betrachters.

In verschiedenen Serien tauchen dabei Andeutungen zu  Themen wie dem Sein und dem Schein und der trügerischen Sehnsucht nach Bestand der Schönheit auf. Die anstehenden, für den einzelnen unwägbaren Gesellschaftsverschiebungen nimmt er damit gerne vorweg.

Gedanklicher Ausgangspunkt und wiederkehrendes Motiv für die Auswahl für seine Arbeit wird  2019 wird der Titel eines Bildes „Angelus Novus“. 

Der kleine sinnstiftende Text „Über den Begriff der Geschichte“ von Walter Benjamin:
Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muss so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, dass der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.

Mit diesem Titel, entlehnt aus einem Text von Walter Benjamin zu Paul Klees gleichnamigen Bild, führt uns JCW in eine Welt der neuen Engel, die einerseits über eine kontemplative Aura verfügen und andererseits stark auf ästhetische Oberflächenwirkung bauen.

Die neuen Flügelwesen werden von JCW weder heroisiert noch stigmatisiert, sondern neutral und als immanenter, glänzender und auch trügerischer Part unseres Lebens und dem Wandel in unserer Zivilisation und Gesellschaft betrachtet. Und immer ist  ein großes Maß an Ambiguität im Spiel. Im Hintergrund verbergen sich Dinge und Geschichten, die sich nicht überblicken lassen, die das alles scheinbar sicher geglaubte ins Gegenteil verkehren können, die dabei eigene Ängste heraufbeschwören und sichtbar werden lassen.

Dabei gelingen ihm ironische Brückenschläge zwischen dem Verlangen unserer Zivilisation nach Fortbestand der Komfortgesellschaft, und der Angst vor nicht zu vermeidendem Wandel (bis hint zum Untergang – Siehe auch Titanic Dances) der sich in den von aussen hereinbrechenden Flügelwesen ankündigt. 

The new angels and the colors of the sky above us.

In his digital painting, JCW reflects current issues of our contemporary civilization, pays special attention to the phenomenon of transformation.

Radiant colors and noble materials in the work of JCW allow the supposedly familiar to appear in a different, often glistening light. However, the directness and beauty of his subjects and figures are deceptive and open the way to the subconscious, the observer’s unreadable dream.

In various series, there are hints of topics such as existence and appearance and the deceptive longing for the continuation of beauty. He likes to anticipate the upcoming social shifts that are imponderable for the individual.

The conceptual starting point and recurring motif for the selection for his work in 2019 will be the title of a picture “Angelus Novus”.

The small meaningful text „On the Concept of History“ by Walter Benjamin:
There is a picture of clover called Angelus Novus. An angel is depicted on it who looks as if he is about to move away from something he is staring at. His eyes are wide open, his mouth is open and his wings are spread out. The angel of history must look like this. He has turned his face to the past. Wherever a chain of events appears before us, there he sees a single catastrophe, which incessantly piles rubble upon rubble and hurls them at his feet. He would like to linger, wake the dead and put what has been broken together. But a storm is blowing from Paradise, which is caught in its wings and is so strong that the angel can no longer close them. This storm drives him inexorably into the future, which he turns his back on while the heap of rubble grows towards the sky in front of him. What we call progress is this storm.

With this title, borrowed from a text by Walter Benjamin on Paul Klee’s picture of the same name, JCW leads us into a world of new angels who, on the one hand, have a contemplative aura and, on the other, rely heavily on aesthetic surface effects.

The new winged beings are neither heroized nor stigmatized by JCW, but viewed neutrally and as an immanent, shining and also deceptive part of our life and the change in our civilization and society. And there is always a great deal of ambiguity involved. In the background there are things and stories that cannot be overlooked, that can turn everything that has apparently been believed to be safe into the opposite, that conjure up their own fears and make them visible.

In doing so, he manages ironic bridges between the desire of our civilization for the continuation of the comfort society and the fear of unavoidable change (right up to the end – see also Titanic Dances) which heralds itself in the winged beings that are breaking in from outside.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden