Unlimited Aspiration

Painted by a lens – Vol III

Issued for the Art Shows in the United States  2019 / 2020

The infinite color spaces and amazing transformations underlie many of JCW‘s works. Profound and inventive, the artist and designer deals with cameras and digital tools. Not only seeing something, but seeing it in advance, making something visible that has not been visible so far, are its defining talents and passion.

Inspired by the photographic origins, the great form and the smallest pixels, JCW decomposes digital raw data in an elaborate process, arranging and superimposing it – in countless layers – comparable to glaze painting. The resulting depth and luminosity as well as the fascinating color spectra can no longer be reached by classical painting.

The images created using new technologies open up worlds of hitherto undiscovered beauties, mysterious figures and fantastic sceneries. Familiar and well-known motifs and details mingle with unexpected color cascades, gold and glitter. Some scenes are self-contained and reveal their interior only bit by bit.

In his creative work, JCW deliberately analyzes places and moods, light and space situations. As well as knowing the favor of chance, he works intuitively and conceptually as discoverer and inventor. The result is suspenseful maritime situations, super panoramas from Cape Town, urban transformations from Shanghai, Hamburg or Dresden and North African impressions from Morocco. By his side he puts new angel faces as symbols of the foresight on the everlasting change.

JCW lets us marvel and admire, regardless of whether driftwood forms treasure chambers or turns fallow land into palaces.

Andrea Dietrich

Eternal Blue

Painted by a lens – Vol II

Issued for the Summer Show in Galerie Orangerie Heiligendamm /Germany  2019 

Das ewige Blau

Das „ewige Blau“, unendliche Farbräume und verblüffende Transformationen liegen vielen Arbeiten von JCW zu Grunde. Tiefgründig und erfinderisch geht der Künstler und Designer mit Kamera und digitalen Werkzeugen um.

Etwas nicht nur sehen, sondern vorweg-sehen, etwas sichtbar machen, was bisher so nicht sichtbarwar, sind ihn prä-gende Begabung und Leiden-schaft. Inspiriert von den fotografischen Ursprüngen, der großen Form und den kleinsten Pixeln dekomponiert JCW in einem aufwändigen Prozess digitale Rohdaten, arrangiert und überlagert sie – vergleichbar der Lasurmalerei – in unzähligen Schichtungen neu. Die dadurch erreichte Tiefe und Leuchtkraft sowie die faszinie-renden Farbspektren sind durch klassische Malerei längst nicht mehr zu erreichen.

In den mittels neuer Technologien entstehenden Bildern eröffnen sich Welten voll bisher unentdeckter Schönheiten, geheimnisvoller Figuren und fantastischer Szenerien. Vertraute und bekannte Motive und Details vermischen sich mit unerwarteten Farbkaskaden, Gold und Glitzer. Manche Szenerien ruhen in sich und geben ihr Inneres nur stückchenweise preis.

Im Vorfeld der Arbeit analysiert JCW bewusst Orte und Stimmungen,Licht- und Raumsituationen. Ebenso um die Gunst des Zufalls wissend, arbeitet er als Entdecker und Erfinder intu-itiv und konzeptionell zugleich. Das Ergebnis sind spannungs-geladene maritime Situationen, Superpanoramen aus Kapstadt, urbane Transformationen aus Shanghai, Hamburg oder Dres-den und nordafrikanische Im-pressionen aus Marokko. Ihnen zur Seite stellt er neue Engelsgesichter als Symbole der Vorausschau auf den immerwährenden Wandel.

JCW lässt uns staunen und bewundern, egal ob sich aus Treibgut Schatzkammern formen oder Brachen in Paläste verwandeln.

Andrea Dietrich

Angelus Novus

Die neuen Engel und die Farben des Himmels über uns.

Sommerausstellung 2019 von JCW in der Galerie ORANGERIE in Heiligendamm

JCW reflektiert in seiner digitalen Malerei aktuelle Fragstellungen unserer gegenwärtigen Zivilisation, legt besonderes Augenmerk auf das Phänomen der Transformation.

In verschiedenen Serien widmet er sich dabei relevanten Themen wie dem Sein und dem Schein und der Sehnsucht nach Schönheit, aber auch dem der Verunsicherung durch Technisierung und undurchsichtige Gesellschaftsverschiebungen.


Gedanklicher Ausgangspunkt und wiederkehrendes Motiv für die Auswahl für Heiligendamm ist der Titel der Schau „Angelus Novus“.

Der kleine sinnstiftende Text „Über den Begriff der Geschichte“ von Walter Benjamin:
Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muss so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, dass der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.

Mit diesem Titel, entlehnt aus einem Text von Walter Benjamin zu Paul Klees gleichnamigen Bild, führt uns JCW in eine Welt der neuen Engel, die einerseits über eine kontemplative Aura verfügen und andererseits stark auf ästhetische Oberflächenwirkung bauen.

Die neuen Flügelwesen werden von JWC weder heroisiert noch kritisiert, sondern neutral und als notwendiger, glänzender und logischer Bestandteil von Zivilisation und Gesellschaft betrachtet. Und doch ist meist ein gr0ßes Maß an Doppeldeutigkeit im Spiel. Im Hintergrund verbergen sich Dinge und Geschichten, die sich nicht überblicken lassen, die das Ganze ins Gegenteil verkehren können.

Strahlende Farben und edle Materialität in den Arbeiten von JCW lassen vermeintlich Vertrautes in anderem, oft gleißendem Licht erscheinen. Die unmittelbare Direktheit und Schönheit seiner Sujets und Figuren verwischen die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit.

Dabei gelingen ihm ironische Brückenschläge zwischen dem Verlangen unserer Konsumgesellschaft nach Neuem, noch nie Dagewesenen und dem flüchtigen Moment des Besitzens in der dem Überfluss huldigenden Wegwerfgesellschaft.

Andrea Dietrich Kunstwissenschaftlerin

Cross Over

Painted by a lens – Vol I1

Issued  as a cross over from Shanghai via Afrika to Europe 2018  

In die verborgene Dimension

Jens-Christian Wittig`s Arbeiten sind eine neue bildkünstlerische Dimensionen: Sie scheinen die Grenzen zwischen Malerei und Photographie scheinbar aufzulösen. Dieses Thema hat ihn schon lange begleitet… Und spannend bleibt für ihn immer wieder die Frage, kann man durch das bildhafte Reflektieren der Welt diese sogar noch tiefer spiegeln? Stößt man weiter vor in die verborgenen Dimensionen?

Aufwändig hergestellte fotografische Rohdaten dekomponiert Wittig und rearrangiert diese ungewöhnlich neu. Seine elaborierten Kompositionen entstehen wie in der klassischen Lasurmalerei: Schichtungen werden unzählig oft übereinander gelegt
und erzeugen in ihrer gegenseitigen Durchdringung beeindruckende Farbwelten, räumliche Tiefen und eine anheimelnde Leuchtkraft.

Wittig studierte zunächst Landschaftsarchitektur, Städtebau und weiter Malerei und Grafik im Abendstudium an der Kunsthochschule in Dresden.

Schon als Student setzte er sich intensiv mit der Schwarz-Weiß-Fotografie auseinander. Seine berufliche Tätigkeit führte ihn schnell auf internationales Terrain. Bis heute ist er auch mit vielen seiner Projekte im Ausland beschäftigt und verbringt einen großen Teil des Jahres auf Reisen.

Shanghai, wo er seit nunmehr 18 Jahren kontinuierlich arbeitet, wurde für ihn fast zur zweiten Heimat. Jens-Christian Wittig wurde 1962 geboren und lebt in Weimar, Shanghai und Kapstadt.